60. Ökumenische St.-Ansgar-Vesper „Mut für die Zukunft finden“ Ökumenischer Auftakt zum 1200-jährigen Ansgar-Jubiläum

60. St.-Ansgar-Vesper © J. Haverland ACK Deutschland
Reverend Easthill, Bischöfin Fehrs, Erzbischof Heße © J. Haverland ACK Deutschland
Signe von Oettingen, Dompredigerin, Ribe, Dänemark © Kommunikationswerk der Nordkirche

Am 3. Februar wurde zum 60. Mal die traditionelle ökumenische St.-Ansgar-Vesper in der Hamburger Hauptkirche St. Petri gefeiert. Der Apostel Ansgar war der erste Bischof in Norddeutschland und Skandinavien und brach vor 1200 Jahren zu einer ersten Missionsreise auf. Immer an seinem Todestag, dem 3. Februar, feiern Gläubige und christliche Kirchen seit 60 Jahren diese gemeinsame Vesper. Sie ist damit die älteste regelmäßig begangene ökumenische Feier in Hamburg.

„Vielleicht ist es gerade jetzt an der Zeit, den Apostel Ansgar neu zu entdecken. Denn Europa steht nicht nur in einer Krise. Europa steht in einer Übergangszeit. Und in solchen Zeiten kann Neues entstehen“, sagte Signe von Oettingen, Dompredigerin in der dänischen Stadt Ribe, in ihrer Predigt. Denn das Christentum, das der Apostel in den Norden brachte, habe Bildung, kulturelle Verbundenheit und eine grenzüberschreitende Identität geschaffen. „Nicht als Eroberer, sondern als Gast“.

Daran gelte es sich heute neu zu erinnern, betonte sie weiter: „Vielleicht kann das Ansgar‑Jubiläum ein Anlass sein, die Wurzeln unserer Zivilisation neu zu bedenken. Nicht um in die Vergangenheit zurückzukehren, sondern um Mut für die Zukunft zu finden. Vielleicht kann es uns helfen zu erkennen, dass Zivilisation nicht Technik ist, sondern Haltung. Dass Bildung nicht Information ist, sondern Formung. Dass Berufung nicht Pflicht ist, sondern Bewegung.“

Auch Kirsten Fehrs, Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck der Nordkirche würdigt den ökumenischen Gedanken: „Ansgar steht für den Beginn des christlichen Glaubens hier bei uns im Norden. Vor 1200 Jahren begab er sich auf eine ungewisse Reise – getragen vom christlichen Geist der Verständigung. Seine Missionstätigkeit war geprägt von Dialog, von Austausch und ohne ihn gäbe es hier in Hamburg nicht diese unschätzbare ökumenische Herzensweite.“ Gerade in diesen Wochen, in denen Europa von außen so unter Druck gerät, stehen wir im Gebet an der Seite unserer dänischen Schwestern und Brüder.“

Die St.-Ansgar-Vesper feiern seit 1965 alle Kirchenfamilien – von den orthodoxen und orientalischen bis zu den Freikirchen – in der Hauptkirche St. Petri. „Aus dem Gebetschatz des Ansgar, „Pigmenta“, beten wir gemeinsam den Satz, der dieses Jahr wie ein Motto über der 60. Vesper steht: „Lass uns einträchtig verbunden sein.“ Als Christen und Christinnen verbindet uns so viel mehr als uns trennt“, erläutert die Ökumenebeauftragte der Nordkirche, Pastorin Annette Reimers-Avenarius, die als Geschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Hamburg e.V. die Vesper organisiert.

Hintergrund: Das Ansgarjubiläum

In diesem besonderen Jubiläumsjahr wird die Vesper der Auftakt sein für das Ansgar-Jubiläum 2026, das mit verschiedenen Veranstaltungen grenzüberschreitend begangen wird. Vor 1200 Jahren brach der Mönch Ansgar vom Kloster Corvey auf, um in den Norden zu gehen. Wir begeben uns auf die Spur dieses ersten „Europäers“, der mutig Grenzen überschritt, um das Christentum weiterzutragen.

Zahlreiche Veranstaltungen laden Interessierte im Jubiläumsjahr ein, Ansgars Spuren zu folgen. Für jeden Geschmack ist etwas dabei - Veranstaltungen zum Singen, Pilgern und Diskutieren, alle zu finden unter: www.ansgar2026.de Auch ein Themenheft der „Evangelischen Stimmen“ wird im März erscheinen.

Der heilige Ansgar gilt als Apostel des Nordens. Er wurde um 801 in Nordfrankreich geboren. 834 entsandte ihn Kaiser Ludwig der Fromme als Missionsbischof nach Hammaburg, dem kleinen Handelsplatz an der Elbe, wo er eine erste hölzerne Kirche errichtete, ihre Reste vermuten Archäologen unter dem Chorbereich der heutigen Hauptkirche St. Petri.

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